Es gibt verschiedene Wege, um Schamane oder Schamanin zu werden. Es gibt verschiedene Ansichten, verschiedene Wertsysteme und Religionen, verschiedene Kulturen und andere Ansatzpunkte. Man kann verschiedene Techniken anwenden, um zum gleichen Ziel zu kommen. Denn: Die Welt ist so, wie Du sie siehst. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Ursprung des "alten Wissens", das wir benötigen, um schamanisch tätig zu sein, der gleiche ist. Es gibt Hinweise in der Geschichte aller Völker, Hinweise in Sagen und Überlieferungen, die immer wieder auf verschiedene Weise vom gleichen berichten. Die "ganze Wahrheit" hat aber niemand für sich gepachtet. Nicht alles Wissen wird an einer Schule gelehrt, wie ein Sprichwort sagt. Weil über die Jahrtausende sehr viel Wissen verloren gegangen ist, werden wir vermutlich nie genau erfahren, wo dieses Wissen seinen Ursprung hat, wenn es sich nicht an verschiedenen Orten gleichzeitig "entwickelt" hat.
Doch dies ist letztlich auch nicht so wichtig. Mir geht es hier nicht darum, den einen Weg über den anderen zu stellen. Es stellt sich nicht die Frage, wer was zuerst praktiziert hat oder ob einer es besser macht als der andere. Es gibt nur einen Weg, Schamane oder Schamanin zu sein: den eigenen. Man kann viele Lehrer und Lehrerinnen haben, die einen auf den Weg bringen, gehen muss man diesen schliesslich selbst. Ich bin der festen Überzeugung, dass man keinem Lehrer trauen kann, der von sich behauptet, die einzig richtige Wahrheit, den einzig richtigen Weg zu kennen. Das Ziel aller Schamanen ist, mit Liebe die Welt zu transformieren, zu heilen. Die Welt in sich drin, die Welt um sich herum, die Familie, die weitere Umgebung, das Land, den Kontinent, die Erde oder das Universum, die körperliche Welt, die seelische Welt und die geistige Welt, je nach Situation. Mein Weg ist der des Abenteurers (nach Serge King u.a.).
Dieser findet sich in der Weltanschauung von vielen verschiedenen Kulturkreisen wieder. Es ist ein "sanfter" Weg. Arten von Schamanen: Den "Krieger-Schamanen" und der"Abenteurer-Schamanen". Diese Einteilung ist, eine willkürliche. Mir gefällt sie. King sagt: Der Krieger-Schamane personifiziert das zu heilende Übel und bekämpft es dann. Der Abenteurer-Schamane macht das Gegenteil. Er depersonifiziert das Übel, indem er es beispielsweise als energetische Störung annimmt und bringt die Energieströme wieder in ungehinderten Fluss. Während der Krieger-Schamane sich das Übel beispielsweise als Ungeheuer vorstellt, welches er tötet, stellt sich der Abenteurer-Schamane ein Hindernis vor, das auf dem Weg zur gewünschten Heilung liegt, und welches er auf möglichst phantasievolle Weise überwindet. Der Abenteurer-Schamane stellt sich beispielsweise einen riesigen Baum vor, der über der Strasse liegt. Während der Krieger-Schamane nun Axt oder Säge auspacken würde, macht sich der Abenteuer-Schamane winzig klein und kriecht wie eine Ameise unten durch oder fliegt wie ein Vogel über den Baum hinweg. Oder noch genauer: Wenn sich den beiden Schamanentypen ein Ungeheuer in den Weg stellt, wird der Krieger es bekämpfen, während der Abenteurer sich beispielsweise von ihm verschlingen lässt und hinten wieder herausspaziert.
Dies sind aber nur Beispiele. Mir persönlich gefällt der Weg des Abenteurers besser. Ich sage dabei nicht, dass ich den andern hier beschriebenen Weg - oder ganz andere Wege - ablehne. Ich kann mich mit dem Abenteurer einfach besser identifizieren als mit dem Krieger. Du musst aber deinen eigenen Weg finden.
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